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Multiplex kommt mir relativ selten unter die Säge, daher wollte ich vor einiger Zeit einfach mal etwas bauen, bei dem man die vielen Schichten vom Multiplex sieht und die sogar richtig zur Geltung gebracht werden. Es war also eher ein Testprojekt für mich, als ein unbedingt nötiger Bau.

1. Rohbau

Zur Verfügung stand mir ein kleines Reststück, welches ich optimal aufteilen musste. Dabei entstanden die Grundmaße von 20cm x 20cm x 16cm.
Als erstes habe ich dazu das Brett längst auf 20cm zugeschnitten. Das ergab dann nebeneinander die Vorder-, Rück- und Seitenteile (2x 20x20cm und 2x 20x12cm). Auch wenn es jedes mal nur zwei Teile waren, habe ich mir dazu einen Anschlag auf der Kapp- und Gehrungssäge eingerichtet. Dadurch passte nachher alles absolut exakt zusammen, und ich brauchte zum Verleimen nichts nacharbeiten.








2. Lautsprechereinbau

Damit ich die zusammengebaute Box später komplett bearbeiten (schleifen) kann, wollte ich den Lautsprecher von innen einsetzen. Das wiederum setzt einen exakten Kreisausschnitt voraus. Nur wie? Mit der Stichsäge wird es nie genau und ein Fräszirkel kann kaum kleiner fräsen als die Grundplatte der Oberfräse.
Nach dem Ausmessen des Lautsprechers und Begutachtung meiner kleinen POF 600 ACE fand ich in der Grundplatte eine Ausbuchtung die zum Fräser etwa den Radius des Lautsprechers hatte. Ein etwas größerer Fräser rein und die Zirkelfunktion passte. Zum „Zirkel“
Zunächst habe ich die Ausbuchtung gemessen – Durchmesser 5,5mm, ideal für eine 5er Schraube. Also habe ich die Mitte vom Frontbrett angerissen und mit der Tischbohrmaschine ein 5er Loch gebohrt. Nun noch eine Schraube raus suchen, die durch das Brett passt und oben nur so weit übersteht, dass sie gerade noch in die Ausbuchtung der Grundplatte passt. So konnte ich die POF genau draufstecken und Schicht für Schicht meinen Kreis ausfräsen.
Als ich fast durch war, habe ich alles umgedreht und den Rest von hinten gefräst. So blieb nur mitten im Ring eine kleine Ausfransung, die ich problemlos mit einem Bündigfräser glätten konnte.
Nun den Ausschnitt von vorne noch verrunden und der Lautsprecher konnte eingesetzt werden. Diesen habe ich von hinten verschraubt und zusätzlich die Kanten mit Silikon abgedichtet, damit es später absolut luftdicht wird und die Box nicht pfeift.










3. Einbau der Anschlüsse

Was macht man, wenn man nachts arbeitet und nichts da hat? Wenn einem z.B. ein richtiger Lautsprecheranschluss fehlt?
Beim Buddeln fielen mir alte Lautsprecherstecker und -kupplungen in die Finger. Das muss funktionieren. Die Kupplung hat einen Außendurchmesser von 12mm, also kommt erst mal ein 12er Loch (vorgebohrt, ausgefräst) in die Rückwand. Darin saß die Kupplung perfekt, nur die Einstecktiefe wurde durch einen Ring auf der Kupplung begrenzt. Damit der Stecker von außen trotzdem passt, musste das Loch etwas vergrößert beziehungsweise größer angesenkt werden. Aufbohren kann jeder Ich nutze also die Oberfräse und einen Konturfräser der eine abgerundete Absenkung schuf.







Kurze Test und die Kupplung saß noch etwas 2mm unter der größeren Ausfräsung. Das Brett also nochmal umdrehen und das 12er Loch mit Hilfe der PBD 40 (die digitale Tiefenanzeige ist genial) 2mm tiefer ausgefräst. Kupplung versenkt, passt exakt und von hinten wieder mit Silikon abgedichtet.








4. Zusammenbau und Feinschliff

Jetzt geht’s an den Endschliff
Die Front ankleben, Kaffee trinken und warten bis der Leim angezogen ist. Anschließend Anschluss und Lautsprecher verkabeln, die Rückwand aufsetzen und zur besseren Sichtbarkeit der einzelnen Schichten alles mit dem Radienfräser bearbeiten..







Um die Maserung und die Schichten noch mehr hervor zu heben, wurde im Anschluss noch geölt.







Mein Testergebnis:

Multiplex ist recht hart, bearbeitet sich aber absolut klasse. Man bekommt sehr saubere Schnittkanten und richtig scharfe Ecken problemlos hin. Optisch ist es allerdings (unbehandelt ) rein gar nicht mein Geschmack. Geölt und mit deutlich sichtbaren Schichten sieht es interessant aus, auch wenn es nicht zu unserer allgemeinen Einrichtung passt.

Der Klang:
Sicher liegt es auch am Lautsprecher und dem verwendeten Verstärker, aber der Klang dieser geschlossenen Box ist hammer. Selbst bei geringer Lautstärke gibt es schon einen ordentlichen Bass und das Holz ist sehr Schwingungsarm. Zum Boxenbau also absolut zu empfehlen.